Was kann es? Was bringt es? Wer braucht es? Ganz egal, das ganze Internet scheint zurzeit nur über eines zu reden: Google+. Ich bin seit ein paar Wochen in der Beta und muss sagen, dass mir das neue soziale Netzwerk des Datengiganten gut gefällt.
Meiner Ansicht nach ist der größte und zurzeit einzige Vorteil gegenüber Facebook die Einteilung der Kontakte in Circles. Viel wurde bereits darüber geschrieben, aber man kann es nicht genug betonen, dass es wirklich praktisch ist, nicht jedem alles zeigen zu müssen, aber dennoch auf die ein oder andere Art und Weise miteinander verbunden zu sein. Für mich macht es bis jetzt den Eindruck, dass die Community bei Google deswegen offener für das Knüpfen von Kontakten ist.
Da wird man vielleicht von jemand Unbekannten in einen Kreis geworfen, der sich aber als interessanter Poster herausstellt, weil er in der gleichen Branche zu tun hat. Sieht man keinerlei Verknüpfungsmöglichkeit, dann fügt man die Person einfach nicht hinzu und wird auch nicht mit deren Posts belästigt. Arbeit und Privates lassen sich gut trennen, Bekannte, denen man nicht alle Details seines Lebens mitteilen möchte, kann man ohne Gefahr in einen eigenen Kreis verfrachten und das Gute ist, niemand sieht in welchem Kreis man sich selbst eigentlich befindet. Das macht höchstens neugierig, ist aber auch alles.
Die neue Google-Community versorgt sich selbst mit zahlreichen Spekulationen und Anleitungen rund um die neue Seite. Wer gerade erst frisch ein Konto eröffnet hat, sollte sich z.B. kurz durch den visuell ansprechenden Walkthrough von Saidur Hossain klicken.
Dass man auf Google+ schnell viele neue Leute kennenlernen kann, zeigt auch der Versuch des längsten andauernden „Hangouts“. Seit bereits 5 Tagen unterhalten sich in einem internationalen Treffpunkt zahlreiche Leute über Videochat und reden über Gott und die Welt. Wer sich nicht gerne selbst von tausenden Zuschauern betrachtet sehen will, kann das Ganze aber dennoch live auf der Webseite zum Chat verfolgen.
Aber fehlt Google+ nicht noch einiges, was Facebook schon lange bietet? Ja, natürlich, vor allem die User, aber auch die „Seiten“ für Firmen und Co. und die berühmt berüchtigten Social Games haben auf der neuen Plattform noch keinen Gegenpart. Dass Google an einem Gaming Channel arbeitet, wurde aber bereits im Quellcode aufgestöbert und auch Möglichkeiten für besondere Profile wurden bereits in Aussicht gestellt.
Vielleicht geht es bei Google+ aber auch gar nicht in erster Linie darum, Facebook den Rang abzulaufen. Eine sehr interessante Präsentation von Vincent Wong, die sich zurzeit stark auf dem Netzwerk verbreitet, macht deutlich, dass es Google vielleicht eher um das Schnüren eines Gesamtpakets geht. Denn seien wir mal ehrlich, wer von uns nutzt nicht sowieso das ein oder andere Google-Produkt – und das jeden Tag?
Dennoch, anscheinend fehlt noch etwas auf Google+: Frauen. Immer wieder zeigen Infographiken wie die von Singlegrain.com, dass die Nutzer des neuen Angebots zu über 70% aus Männern bestehen, die hauptsächlich aus der Technikbranche kommen. Wir werden sehen, ob und wie schnell sich auch in diesem Bereich die Zahlen ändern werden.
Es ist auf jeden Fall interessant zu beobachten wie sich das Netzwerk langsam entwickelt. Wer selbst einmal einen Blick darauf werfen möchte: Ich vergebe gerne Beta Invites, einfach nur melden.
In diesem Sinne:
Three circles for friends & family under the sky,
Some for the acquaintances who are barely known,
One for creepy followers doomed to cry,
One for the business people on their media throne
In the Land of Google where the Hangouts lie.
One circle to rule them all, one circle to find them,
One circle to bring them all and in the +1 bind them,
In the Land of Google where the Hangouts lie.










